Unsere Schule
Flexibler Schulanfang
Das Kollegium der Emely-Salzig-Schule Geisenheim sieht seine vordringliche pädagogische Aufgabe in der Ausschöpfung der individuellen Lernmöglichkeiten aller Schüler und Schülerinnen.
Die Flexible Eingangsstufe
- Situation der Schule
Die Situation an unserer Schule ist durch folgende Gegebenheiten geprägt:
- Die Klassenzusammensetzung ist in der Regel sehr heterogen, d.h. durch unterschiedliche Bildungsnähe im Elternhaus, unterschiedliche Lernvoraussetzungen und das Sozialverhalten entstehen häufig erhebliche Probleme.
- Die Vorklasse besuchten bis zum Jahr 2008 nicht nur Kinder mit Entwicklungsverzögerungen im kognitiven Bereich, sondern auch Kinder mit erheblichen sozialen Auffälligkeiten. In den letzten Jahren vor Einführung der Flexiblen Eingangsstufe zeigte sich ganz deutlich, dass die Schüler und Schülerinnen der Vorklasse gerade in ihrem Verhalten häufig noch Rückschritte machten, weil sie sich inakzeptables Verhalten voneinander abschauten. Unterricht in diesem Spannungsfeld wurde für die erfahrene Sozialpädagogin, für die Schüler und für das Kollegium unberechenbarer. Das Problem liegt offensichtlich in der gemeinsamen Beschulung dieser Kinder. Eine Integration in eine heterogene Lerngruppe mit sozialpädagogischer Unterstützung bietet wesentlich bessere Chancen soziale Auffälligkeiten und Lernschwierigkeiten zu überwinden.
Das Kollegium der Emely-Salzig-Schule sieht auch nach 9 Jahren im Flexiblen Schulanfang eine reale Chance, den o.g. Problemfeldern entgegenzuwirken sowie dem pädagogischen Ziel der bestmöglichen Förderung aller Schüler und Schülerinnen gerecht werden zu können.
- Vorteile der Flexiblen Eingangsstufe
In Hinsicht auf unsere spezielle Schulsituation bietet der Flexible Schulanfang folgende Vorteile:
- Das Prinzip der Alters- und Entwicklungsheterogenität erweitert das Spektrum an Beziehungsmöglichkeiten. Kinder entwickeln Rücksichtnahme und gegenseitigen Respekt den Stärken und Schwächen anderer gegenüber.
- Intensives Nutzen offener Lernformen (Lernen lernen, Wochenplan, Freiarbeit, Lernen an Stationen, Projektunterricht....)
- Stärkung der Selbstständigkeit und Erziehung zum eigenverantwortlichen Lernen.
- Ermöglichung und Förderung von Kooperation, Teamfähigkeit und kommunikativem Lernen.
- Langsamer lernende Kinder haben die Chance in Teilbereichen so lange einen Lernstoff zu erarbeiten, bis sie Sicherheit in der Anwendung des Erlernten erreicht haben.
- Leistungsstarke Kinder können entweder Lerninhalte auf einer höheren Leistungsstufe bearbeiten oder ihr Lerntempo individuell bestimmen.
- Individueller Verbleib, d.h. kein Sitzenbleiben.
- Eine sozial gefestigte Gruppe nimmt eine Gruppe neuer Mitschüler auf, d.h. Regeln, Rituale, förderliche soziale Verhaltensweisen werden leichter übernommen.
- Jahrgangsmischung wie in der KiTa wird weitergeführt.
- Schüler und Schülerinnen haben die Möglichkeit ihre Rolle in der Gruppe zu wechseln: Fragender _ Hilfe Annehmender _ Hilfe Anbietender _ Schulung von mehrperspektivischem Denken
- Partner- und Helfersystem verringert Konkurrenzdenken _ lernfördernde Atmosphäre.
- Geringe Bedeutung von Rangfolgen.
- Vorausschauendes Lernen/ Lernneugierde wird verstärkt.
- Grundzüge des Konzepts
- Aufnahmemodalitäten
Alle schulpflichtigen Kinder und alle gemeldeten Kann-Kinder werden aufgenommen. Es gibt keine Zurückstellungen mehr, es sei denn es liegt sonderpädagogischer Förderbedarf vor.
Die Jahrgangsstufen 1 und 2 werden jahrgangsübergreifend beschult. Die Verweildauer der Kinder in der flexiblen Eingangsstufe beträgt in der Regel zwei Jahre. Es besteht die Möglichkeit nach einem Jahr in die Klasse drei zu wechseln bzw. drei Jahre in der Stufe zu verweilen.
Eine halbjährliche Einschulung wird vorerst nicht in Betracht gezogen.
Standards für eine längere oder kürzere Verweildauer in der Eingangsstufe werden von der Steuerungsgruppe in Zusammenarbeit mit dem Kollegium entwickelt.
- Kooperationspartner
(KiTas, Betreuung, Kinderschutzbund, Jugendamt etc.)
Im Schulprogramm wird unsere Einschulungspraxis, die Zusammenarbeit mit den vier Kindergärten, mit der Sozialpädagogischen Gruppenschülerhilfe des Kinderschutzbundes und der Schulbetreuung skizziert. Gerade die Zusammenarbeit mit den KiTas in Geisenheim ist geprägt von im Jahresplan fest verankerten Treffen mit klar umrissenen Aufgabenstellungen sowie durch schnelle unbürokratische Kontaktaufnahme bei besonderen Problemen.
- Die Kindertagesstätten in Geisenheim Stadt und Marienthal arbeiten eng und vertrauensvoll mit der Grundschule zusammen. Die KollegInnen aus den Kitas wissen genau, wie die Kinder in der Flexiblen Eingangsstufe lernen. Die vier Einrichtungen bereiten ihre Kinder engagiert und mit unterschiedlichen Schwerpunkten auf das Lernen im Flexiblen Schulanfang vor.
- Nach der Schulanmeldung findet ein Elternabend in der Schule statt, auf dem die Flexible Eingangsstufe vorgestellt wird und die KiTa- Eltern und auch die KiTa- Mitarbeiterinnen die Möglichkeit haben, die Klassenräume kennenzulernen und die Lehrerinnen informell zu befragen.
- Nach der Schulanmeldung setzen wir uns mit den Erzieherinnen zusammen, um unsere Beobachtungen zu besprechen.
- Die Schnuppertage werden weiterhin zur Diagnose und als Einstimmung für die Kinder auf die Schule genutzt. Der anschließende runde Tisch mit den Erzieherinnen wird beibehalten, um die Kinder schon vor Schuleintritt besser kennenzulernen.